Intensivstation

Hilfe in größter Not - Grenzerfahrung zwischen Leben und Tod

Die Behandlung einer lebensbedrohlichen Erkrankung auf der Intensivstation ist eine Grenzerfahrung, die mit starken Stressreaktionen verbunden ist. Bei vielen Patienten führen die Erlebnisse zu tief sitzenden Ängsten. 30 Prozent der Intensivpatienten leiden danach an einer Posttraumatischen Belastungsstörung. Die Bilder des Erlebten drängen sich immer wieder ins Bewusstsein zurück.

 

Psychoorganisches Delir/ Durchgangssyndrom

Während und nach der Aufwachphase aus einer Langzeitnarkose oder als Folge einer schweren Operation durchlebt der Betroffene verschiedene Phasen des Bewusstseins. Kommt es dabei zu überschießenden Reaktionen, äußert sich das in Symptomen wie Orientierungslosigkeit, Verwirrtheit, Panikzuständen, Verzerrungen der Wahrnehmung bis hin zu Psychosen. Auf körperlicher Ebene treten Symptome wie ein beschleunigter Herzschlag, Zittern und Schwitzen oder auch eine generelle Verlangsamung und Apathie  auf. Je länger dieser Zustand andauert, desto eher ist mit Spätfolgen zu rechnen.

Häufig wird das Durchgangssyndrom auch von Angehörigen als bedrohlich erlebt.

 

Nahtoderfahrungen

Nah am Tod und doch wieder zurückgekehrt: Nicht selten wird dieser Moment in einer Klarheit erlebt, die angesichts der Begleitumstände überrascht. Wird diese Situation erinnert, verändert sie oft das ganze Leben.

Aber was, wenn in der Nahtodsituation nicht das Licht am Ende des Tunnels, sondern die Hölle gesehen wurde? Forscher schätzen, dass ca. 5 Prozent aller Nahtoderfahrungen so aussehen. Das Wort „schätzen“ zeigt schon das Problem: In der Regel traumatisiert diese Erfahrung so tief, dass die Betroffenen darüber nicht sprechen wollen und können.

 

 

Warum ich hier helfen kann:

Als Ärztin und ehemalige Patientin einer Intensivstation kenne ich beide Seiten. Das Wissen um die Vorgänge auf einer Intensivstation hat mir meinen Aufenthalt dort zwar erleichtert, mich jedoch nicht vor einem Psychoorganischem Delir und einer Nahtoderfahrung bewahrt. Ich erlebte Orientierungslosigkeit, Halluzinationen, furchteinflößende Träume und Panikattacken, die sich mit relativ klaren Phasen abwechselten, immer mit der Erfahrung im Hintergrund, im Nahtod am Rande der Hölle gestanden zu haben. Zeitweise wusste ich nicht, ob ich tot oder lebendig bin. Eine erste Orientierung fand ich wieder, als mir meine Tochter ihre Armbanduhr überließ.

Ich hätte mir während dieser Grenzerfahrung jemanden gewünscht, der nachvollziehen kann, wie ich mich fühle und daher weiß, wie er mir helfen kann. Jemanden, der eine klare Sprache spricht, immer wieder erklärt, was los ist, welchen Tag und welche Uhrzeit wir haben, warum und wie lange und ich schon auf der Intensivstation liege, wie es weitergeht, der mir banale Dinge wie eine Uhr und einen Kalender mitbringt. Jemanden, den ich von meinem Erlebten erzählen kann, ohne dass ich für verrückt gehalten oder mit Medikamenten ruhig gestellt werde, die mich hinterher noch mehr verwirren. Jemanden, der mir bestätigt, dass ich gerade ein Durchgangssyndrom habe.

 

Wie ich helfen kann:

Aufgrund meiner Erfahrung auf beiden Seiten kann ich authentisch dich als Angehörigen oder dich als Betroffenen während und nach veränderten Bewusstseinszuständen im Rahmen eines Aufenthaltes auf der Intensivstation begleiten.

  • Angst nehmen, Aufklären, Beruhigen

  • Stabilisieren, eine Perspektive schaffen

  • Aufarbeiten, Reintegrieren

  • Dir helfen, die Grenzerfahrung als Wachstumsweg zu nutzen

 

Es ist mir ein persönliches Anliegen, dass du als Angehöriger oder du als Betroffener aus dieser Situation gestärkt hinausgehst.

 

Methoden für Betroffene:

  • Achtsame Kommunikation (achtsames Sprechen und tiefes Zuhören in einer von Vertrauen und Respekt geprägten Atmosphäre)

  • Angeleitete Übungen:

  • Konzentration auf den Atem

  • Bodyscan (im Vordergrund steht zunächst, den eigenen Körper wieder positiv zu spüren)

  • Meditationen (geführt, um das Wiederauftauchen von unangenehmen Bildern zu vermeiden)

  • Sobald eine gewisse Beweglichkeit und Kraft wiederhergestellt ist: Sanftestes Yoga

Methoden für Angehörige:

  • Achtsame Kommunikation (achtsames Sprechen und tiefes Zuhören in einer von Vertrauen und Respekt geprägten Atmosphäre)

  • Konzentration auf den Atem

  • Flexibel weitere Elemente aus dem MBSR und/oder dem Zen

Kosten:

Je nach Aufwand.

Im Einzelfall ist eine Abrechnung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) möglich.

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